Allgemein

Kirschfest: Probleme gemeinsam lösen

Die Firebirds brachten es am Kirschfestmontag auf den Punkte: Die ungeheure Vielfalt des Kirschfestes ist etwas ganz besonderes, das so kaum ein anderes Volksfest zu bieten hat. Und eben jene Besonderheit gilt es zu bewahren. Bei der gestrigen Auswertung des Kirschfestes 2015 zeigten sich hierfür gute Ansätze, aber auch diverse Probleme.
Die relativ wenigen Wortmeldungen seitens der Vereine signalisierten aber eindeutig einen enormen Gesprächs- und Klärungsbedarf für die vielfältigen Problemfelder. Insofern begrüßt DIE LINKE das Vorhaben des OB Bernward Küper, bis Jahresende Lösungen finden zu wollen, um das Kirschfest 2016 ohne größere Querelen vorbereiten zu können und den Charakter eines Volksfestes zu erhalten.
Den von Küper vorgeschlagenen Weg, kleine Arbeitsgruppen zu bilden, die sich mit Einzelfragen beschäftigen, hält DIE LINKE jedoch für wenig zielführend.
Die Reduzierung auf wenige Personen führt zunächst vor allem dazu, dass die Meinungen, Ideen und Ansichten vieler Beteiligter nicht gebührend berücksichtigt oder gleich ganz außen vor gelassen werden. Der Idee eines Volksfestes kann man somit gar nicht gerecht werden.
Ein weiteres Problem stellt die mangelnde Transparenz solcher Arbeitsgruppen dar. Die inzwischen sehr komplexen Problemstellungen erfordern aber geradezu eine transparente, für alle nachvollziehbare Lösungsfindung.
Darüber hinaus wurde im Rahmen der Auswertung deutlich, wie sehr die Meinungen z.B. über den Charakter der Vogelwiese auseinandergehen oder wie ohnmächtig man gemeinsam vor Problemen steht, bei denen sich zunächst alle einig sind (z.B. Lärm oder Abfallentsorgung). Auch hier ist zu befürchten, dass Vorschläge abgestimmt werden, die nicht im Interesse der Mehrheit sind.
DIE LINKE schlägt stattdessen einen professionell moderierten Prozess vor, der möglichst alle Beteiligten mit einbezieht. Entsprechende Arbeitsweisen sind inzwischen in der Wirtschaft oder anderen Städten durchaus Gang und Gäbe, um komplexe Problemstellungen für alle zufriedenstellend und nachhaltig zu bearbeiten.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Einbeziehung möglichst vieler Akteure führt zu Ergebnissen, in denen sich die Mehrheit wiederfindet, wodurch die Idee des Volksfestes gestärkt wird. Durch die Transparenz des Prozesses entsteht mehr Verständnis für bestimmte Problemlagen, aber auch für den Wert der eigenen Meinung. Auch Fehlinterpretationen, dass der dargestellte Rückgang bei den 5-Tages-Eintritten ein Indiz dafür sei, dass die Preiserhöhung bei der Bevölkerung gut angenommen worden sei, können somit schnell berichtigt werden.
Zu guter Letzt entlastet solch ein Prozess auch die Stadtverwaltung selbst, da sie sich hierbei als gleichberechtigter Akteur inhaltlich einbringen kann, ohne darüber hinaus weitere Aufgaben erfüllen zu müssen.
Die Erfahrungen in anderen Städten (z.B. Ludwigshafen, Vierssen, Bad Oldesloe usw.) zeigen den Erfolg solcher Methoden. Das Kirschfest als identifikationsstiftendes Moment in Naumburg ist unserer Meinung nach zu wichtig, als dass man es einem kleinen Kreis von Auserwählten überlassen kann.

Kirschfest – Mehr Besucher auf der Vogelwiese?

07. Juli 2015  Allgemein

Freudestrahlend hat der Oberbürgermeister verkündet, das es mehr Besucher auf der Vogelwiese gegeben hat. Es wurden 109 Bändchen im Vergleich zu 2014 mehr verkauft. Ein Erfolg?
Zitat aus dem Naumburger Tageblatt vom 27.06.2014:
„Ein perfekter Abend für Naumburg: Mit dem Anstich des ersten Bierfasses ist das Hussiten-Kirschfest eröffnet, mit 1:0 gewinnt Deutschland gegen die USA und zieht damit souverän ins Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft ein.“
Mit anderen Worten, 2014 war Fußball-WM. Eine WM wird immer gerne als Argument genommen, wenn Veranstaltungszahlen nicht gut sind. Jetzt ist es vergessen und es wird Erfolg verkündet, das nur 109 Bänchen gegenüber einem WM-Jahr mehr verkauft wurden. Herr Oberbürgermeister, 2015 war keine WM, keine EM und auch sonst kein Großereignis . Da sollte man nicht vollmundig davon reden, das das Kirschfest auf dem richtigen Weg ist. Sie selber haben eingeräumt, das mehr Tagesbändchen verkauft wurden. Mit anderen Worten, immer weniger sind bereit ein 5 Tagesbändchen zu kaufen. Auch wenn es im 5 Jahresvergleich der zweitbeste Wert war, so waren es im Vergleich zu 2013 2892 Besucher weniger und auch nur 136 Bändchenn plus im Vergleich zu 2011. 2012 mit 20 126 Bändchen war zwar wesentlich schlechter, aber da war Fußball-EM unter anderem mit dem Viertelfinale Deutschland -Griechenland.
Eine Analyse der Zahlen ergibt bei näherer Betrachtung kaum Zugewinn, aber ein deutlicher Verlust zu 2013. Es muss also kritisch hinterfragt werden, ob das Kirschfest auf dem richtigen Weg ist.

Neue Blitzer für Naumburg?

Der Wirtschaftsausschuss nimmt zur Kenntnis, dass an vier Standorten innerhalb des Stadtgebietsgebietes stationäre Geschwindigkeitsmesseinrichtungen installiert werden.

So lautet der Beschlussvorschlag, welcher dem Wirtschaftsausschuss zur letzten Sitzung vorgelegt wurde. Gegen Geschwindigkeitsüberwachung zum Zwecke der Verkehrssicherheit ist nichts einzuwenden, dieses ist sinnvoll und notwendig.

Um an verlässliche Daten zu kommen, wurden an 6 Standorten eine Woche Zähl- und Messungen des Verkehrs vorgenommen. Dabei wurde erfasst, wie viel Prozent über 60 km/h bei erlaubten 50 km/h gefahren sind.

Naumburg Weißenfelser Straße/Höhe Esso-Tankstelle 5,07%
Bad Kösen Eckartsbergaer Straße 0,04%
Neuflemmingen 24,35%
Hassenhausen 24,34%
Schulpforte 39,27%
Bad Kösen – Bahnhofstraße 4,86%

Nun sollen also an den vier Stellen mit der höchsten Überschreitung stationäre Geschwindigkeitsmesseinrichtungen installiert werden. Anhand des vorgelegten Zahlenmaterials ist nicht erkennbar, ob es Unfallschwerpunkte sind und ob es nicht im Sinne der Verkehrssicherheit Standorte gibt, die sinnvoller sind. Die Sicherheit auf den Schulwegen muss höchste Priorität haben.

Und dann ist da noch die Frage nach dem erhöhten Personalbedarf, der in der Vorlage angekündigt wird. Es müssen also Planstellen geschaffen werden, die Personalkosten verursachen und wie die Zahlen Bad Kösen, Eckartsbergaer Straße zeigen, sprechen sich stationäre Blitzer schnell rum. Als Grund, warum der Blitzer in Bad Kösen nicht in Betrieb ist, nannte die Verwaltung, das sich die Umrüstung nicht lohnt. Eine deutliche Reduzierung der Geschwindigkeitsübertretungen ist auch an den neuen Standorten zu erwarten. Kaum Einnahmen, dafür hohe Verwaltungskosten wird das Ergebnis sein.
Daher fordern wir, eine Überprüfung der Standorte. Vorteile der Verkehrssicherheit, insbesondere auf Schulwegen muss Vorrang vor evtl. Mehreinnahmen haben.
Die Verträge mit germanradar, die die Blitzer zur Verfügung stellen, sind offen zu legen.
Es sind Maßnahmen zu ergreifen, die verhindern, das die Personalmehrkosten, die Einnahmen überschreiten.

Lesen wider das Vergessen

DIE LINKE Naumburg lädt hiermit herzlich alle Bürgerinnen und Bürger zu der Veranstaltung „Lesen wider das Vergessen“ am So, 10. Mai 2015, ab 10:00 Uhr in die Jakobstraße Naumburg ein.
Anlass der Veranstaltung ist die mahnende Erinnerung an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933. Die Brandspur der Nazis führte durch 22 deutsche Universitätsstädte.
Was dies für Bücher waren und warum sie verbrannt wurden, ist als Erinnerung und Mahnung wach zu halten. Vor allem jungen Menschen sollten wissen, warum beispielsweise Bücher von Kästner, Remarque, Tucholsky und Ossietzky in Flammen aufgingen.
Das Glück, ohne Einschränkungen, Bücher lesen zu können, ist ein über Jahrhunderte hart erkämpftes Recht und muss überall auf der  Welt möglich sein. Freier Zugang zu Wissen ist ein Menschenrecht.
Mitwirkende sind:
Schülerinnen und Schüler des Domgymnasiums Naumburg
Schülerinnen und Schüler der Freien Schule Burgenland
Mitglieder des Bündnis für Demokratie Naumburg
Schauspieler und Schauspielerinnen des Theater Naumburg
Mitglieder der Kreismusikschule Burgenlandkreis
Mitglieder der Partei DIE LINKE.
und weitere.

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Naumburgerin für Ehrenamt gewürdigt

Unter dem Motto „Politik sagt Danke“ sind am vergangenen Samstag rund 100 ehrenamtlich engagierte Sachsen-Anhalter ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Reiner Haseloff und Landtagspräsident Detlef Gürth empfingen die freiwilligen Helfer in der Magdeburger Staatskanzlei. Mit dabei war auch Annelise Dame aus Naumburg (Foto zusammen mit Jan Wagner). Annelise Dame wurde damit für ihr jahrelanges Engagement im Friedenskreis, im Umweltladen und im Bündnis für Demokratie in Naumburg gewürdigt.